Mein Gletscher – Das Kaunertaler Skiparadies

Traumhafte Kulisse und bestens präparierte Pisten – unterwegs mit einem Pistenbullyfahrer

Skifahrer kommen am Gletscher an und der Sessellift setzt sich in Bewegung. Die Pisten glitzern wie ein gestreifter glatter Teppich in der morgendlichen Sonne – das Skivergnügen kann beginnen!

Was jedoch für ein Aufwand hinter den bestens präparierten Pisten steckt, kann man nur erahnen. Die Pistenbullys waren dafür stundenlang im Einsatz. Die 33 km Pisten auf dem Kaunertaler Gletscher werden mit viel Liebe gepflegt – und wurden auch in diesem Jahr wieder mit dem Tiroler Pistengütesiegel ausgezeichnet.

Wer nun aber glaubt, eine Piste entsteht, indem der Pistenbully einfach über den neuen Schnee darüberfährt und glattwalzt, der irrt! Die Präparation der Abfahrten beginnt eigentlich schon im Vorjahr.

Sobald richtig viel Schnee fällt, fangen die Fahrer der Pistenbullys an, alles für den kommenden Winter vorzubereiten. „Wir legen spätestens ab Januar ca. 35 Schneedepots an, große Haufen immer schön neben der Piste“, erzählt Gert Hafele während der Fahrt mit dem Bully hoch hinauf auf den Weißseeferner.  Mehrere Meter hohe Dämme mit Schnee werden aufgefahren, die den ganzen Winter über immer höher werden und die Reserven für den Pistengrund des kommenden Winters bilden, immerhin 500 bis 800 Tausend Kubikmeter Schnee. Sie bilden aber auch Schutz vor möglichen Lawinenabgängen.

Wenn die Skisaison Ende Mai zu Ende ist, werden diese Depots auf die Pisten geschoben und mit Vlies abgedeckt. So bleibt der Schnee den ganzen Sommer liegen und wartet auf die neue Skisaison. Endlich können dann die Pistenbully-Fahrer auch mal ihren verdienten Jahresurlaub nehmen und müssen nicht mehr jeden Tag hoch auf den Gletscher. Auch werden die Pistenfahrzeuge gewartet und für den kommenden Winter vorbereitet. Täglich sind vier Pistenbullys auf dem Kaunertaler Gletscher im Einsatz, jeder im Wert von ca. einer halben Million Euro.

Ab Mitte September beginnt dann die neue Saison. Zunächst werden die Schneedepots von ganz oben beginnend auf den Pisten breit geschoben. Der Schnee ist wie Kristallzucker, ganz fein. Es entsteht ein 30 bis 50 Zentimeter dicker Pistengrund, der noch mit Kunstschnee bedeckt wird und sich damit fest und gut verbindet.  Nun kann der neue Schnee kommen und bald auch das Vergnügen der Skifahrer beginnen.

Aber es beginnt nun aber auch wieder die Zeit, dass die Fahrer alltäglich meist am Abend die Abfahrten vorbereiten. Dabei wird immer jede Piste vom Rand beginnend befahren, verwehter oder zerfahrener Schnee auf die Piste geschoben – man könnte die Wasserwaage anlegen, so gerade werden die Pisten jeden Abend präpariert. Fahrspur für Fahrspur hoch und wieder herunter fährt der Bully mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 bis 13 km/h. „Wir befahren mit etwas Überlappung, damit gibt es keine Kanten zwischen den Fahrspuren auf der Piste“, verrät Gert Hafele das Geheimnis der exzellenten Abfahrten des Kaunertaler Gletschers. „Dann sollten die Pisten am besten sechs Stunden ruhen und in der Kälte der Nacht fest werden“, ergänzt er. Seine Arbeit ist das Ergebnis von sehr viel Erfahrung. „Temperatur, Windverhältnisse, Schneemenge – das sind alles Einflussfaktoren, die wir bei der Bereitung der Pisten beachten müssen.“ So kann es durchaus auch einmal passieren, dass das Skigebiet nach einer schneereichen Nacht erst am zeitigen Morgen präpariert werden kann. Spätestens um 5 Uhr sind dann die Fahrer unterwegs. „Allerdings halten dann die Pisten nicht so gut und werden schneller weich“, gibt Hafele zu bedenken.

Die 520 PS-Fahrzeuge ziehen ab 16:00 Uhr bis weit in die Nacht ihre Spuren. Die Technik ist faszinierend. Das Schiebeschild kann in jeglicher Variante gestellt werden, womit auch alle aufgefahrenen Schneehaufen an jede Stelle der Piste geschoben werden können, um diese gerade zu bekommen.  Alles wird mit einem „Joystick“ gesteuert, der unzählige Knöpfe für die Bedienung vom Schild und den hinteren Walzen hat. Das Lenkrad reagiert auf die zarteste Bewegung – für einen Autofahrer eine ungewohnt sensible Technik. In der Fahrerkabine ist es angenehm temperiert.

Auf die Frage, ob es nicht langweilig sei, jeden Abend die Spuren zu ziehen, lächelt Gert Hafele. „Nein, es ist hier eine ganz besondere Atmosphäre. Unendliche Stille, faszinierende Sonnenuntergänge, zauberhafte Farbenspiele in der Blauen Stunde – ich liebe diesen Job.“

Mit dem Blick hoch oben in über 3100 m Höhe auf dem Falginjoch hinüber nach Italien zum Sonnenuntergang und zurück ins Gletschergebiet, in dem die Blaue Stunde unglaubliche Farbspiele zeigt, kann man auch selbst diese Begeisterung mit allen Sinnen spüren.

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Skifahren im Kaunertal

Es ist wieder soweit. Diesmal mehr als eine Woche – und ich habe Glück. Der Urlaub beginnt mit herrlichem Sonnenschein, allerdings auch klirrend kalten Temperaturen und tollen Pisten auf dem Kaunertaler Gletscher.

Lasst Euch überraschen, was so alles neben und auf den Pisten zu erleben ist!

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